Prof. Dr. Bruno Studer

Prof. Dr. Bruno Studer
Der Wricke-Forschungspreis war ein entscheidendes Element für die erfolgreiche Weiterentwicklung meiner damals jungen Karriere. Besonders stolz macht mich, dass wir im Forschungsfeld der Selbstinkompatibilität bei Gräsern, in dem bereits Prof. Wricke selbst aktiv geforscht hatte, bedeutende Fortschritte erzielen konnten.

Herrn Professor Dr. Bruno Studer, der zurzeit eine vierjährige Förderungsprofessur des Schweizerischen Nationalfonds innehat, wird der Günter und Anna Wricke-Preis 2016 in Würdigung seiner Forschungsarbeiten verliehen, welche der Züchtungsforschung an Kulturpflanzen auf einer breiten Linie neue und zukunftsweisende Impulse verleihen.

Herr Professor Studer hat wegweisende Pionierarbeit in der Entwicklung molekularer Marker und ihrem Einsatz zur Analyse der genetischen Struktur wichtiger quantitativer Eigenschaften sowie zur markergestützten züchterischen Selektion in Futtergräsern geleistet. Mit der Etablierung zukunftsweisender methodischer Ansätze zur effizienten und flexiblen Marker-Genotypisierung sowie zur Konzeption und zum Einsatz eines „Weidelgras-Genomzippers“ hat Herr Professor Studer der Züchtungsforschung und vergleichenden Genomforschung bei Futtergräsern entscheidende Entwicklungsimpulse für die Zukunft gegeben. Seine jüngsten Forschungsarbeiten versprechen – drei Jahrzehnte, nachdem die molekularen Grundlagen der sporophytischen Selbstinkompatibilität der Kohlgewächse und der gametopyhtischen Selbstinkompatibilität der Mohngewächse aufgeklärt werden konnten – einen wissenschaftlichen Durchbruch im molekularen Verständnis auch der gametopyhtischen Selbstinkompatibilität der Gräserfamilie, einem dritten, genetisch eigenständigen Mechanismus der Befruchtungskontrolle, der sich bis dato verschiedenen Anläufen zu seiner molekularen Aufklärung verschlossen gezeigt hatte.
Die wegweisenden Arbeiten von Herrn Professor Dr. Studer entsprechen somit dem Zweck der Günter und Anna Wricke-Stiftung, junge Wissenschaftler(innen) für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der angewandten Genetik und Züchtungsforschung an landwirtschaftlichen, gärtnerischen und forstlichen Kulturpflanzen auszuzeichnen.